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26.03.2021  -  29.08.2021

Graphic Novel mit Battle of Print

(Ausstellungslaufzeit unter Vorbehalt)

Blick in die Ausstellung "Graphic Novel" mit "Battle of Print", Foto: Jens WeyersGraphic Novel oder das neue Interesse an Bilderzählungen
In den letzten Jahren hat die Kunst, Geschichten mit Bildern und Texten zu erzählen, neue Themen und Adressatenkreise erobert. Ob die Bezeichnung "Graphic Novel" ein reiner Markerting Coup ist oder doch eine neue Form des Comics bezeichnet - das Interesse an sequentiellen Bilderzählungen ist enorm gewachsen. Die Ausstellung möchte die aktuelle Vielfalt der Graphic Novels daher einem breiteren Publikum vorstellen.

Nino Paula Bulling, Innenseiten aus "Lichtpause", 2017
© Nino Paula Bulling
 
Themen und Genres
Viele Graphic Novel-Künstler*innen verzichten auf klassische Superhelden und entwickeln statt-dessen komplexere Charaktere, die im Hier und Jetzt agieren. Julia Bernhard, Max Baitinger, Anna Haifisch und Martin Panchaud zeichnen Figuren, die gegen traditionelle Rollenbilder kämpfen, in schwierigen sozialen Verhältnissen agieren oder an der banalen Alltagsroutine verzweifeln. Trotzdem werden die Geschichten mit viel Humor und Sinn für das Absurde erzählt. Andere Künstler*innen verarbeiten historische und politische Themen. Joe Sacco, Jens Genehr, Barbara Yelin, Nino Paula Bulling und Erik Kriek recherchieren Hintergründe, führen Zeitzeugeninterviews oder arbeiten mit historischen Quellen. Auch ihre Graphic Novels erzählen Geschichten, zugleich können sie aber auch sachliche Dokumentation, fragile Erinnerung oder engagierte Reportage sein.

Anke Feuchtenberger:  Vorzeichnungen zum graphischen Essay  „Der Spalt", 2020 ©Anke Feuchtenberger
 
Erzählformen und Bildmittel
Graphic Novel-Künstler*innen experimentieren mit narrativen Verfahren, Perspektiven und dem Verhältnis von Bild und Text. Die Künstler*innen der Gruppe SPRING beispielsweise loten die Grenzen zu benachbarten Gebieten wie Illustration und freier Zeichnung aus.So lässt Anke Feuchtenberger viel Raum zwischen ihren Bildern, den die Betrachter*innen selbst füllen können, während Jens Genehr in „Valentin“ auf eine fließende Erzählung mit enger Bildfolge setzt. Einige Zeichner*innen arbeiten mit einer regelmäßigen Panelstruktur, während Joe Sacco die Ereignisse eines Tages in einem fortlaufenden Bild erzählt. Seine zahlreichen Figuren zeichnet er mit klaren schwarzen Linien auf weißen Grund. Nino Paula Bulling setzt in „Lichtpause“ dagegen ganz auf die Farbe. Immer wieder lösen sich ihre flirrenden Buntstiftzeichnungen in abstrakte Flächen auf. So vielfältig wie die Bildmittel sind auch die Arbeitsweisen der Künstler*innen. In der Ausstellung sind nicht nur die „fertigen“ Erzählungen zu sehen, sondern auch Vorzeichnungen und weitere Entwicklungsstufen. Einige Zeichner*innen nutzen nach wie vor Stift und Papier, andere fertigen „analoge“ Skizzen an und erarbeiten weitere Stufen mit Grafikprogrammen am Computer. Vor allem jüngere Erzähler*innen arbeiten inzwischen ausschließlich digital.

Erik Kriek: Plakat zum Wettbewerb "Battle of Print", 2020
© Erik Kriek
 
Wettbewerb
Parallel zur Ausstellung findet der Wettbewerb „Battle of Print“ statt, der seit 2007 vom Kommunikationsverband Wirtschaftsraum Bremen ausgeschrieben wird und in diesem Jahr unter dem Motto „Graphic Novel“ steht. Die besten Wettbewerbsbeiträge werden im Wilhelm Wagenfeld Haus gezeigt. Eine unabhängige Jury wählt aus allen Einsendungen 12 Entwürfe aus, die im „Battle-of-Print-Kalender 2021“ abgedruckt werden. Zur diesjährigen Jury des „Battle of Print“ gehören: Rita Fürstenau (Verlegerin, Rotopol Verlag, Kassel), Volker Hamann (Verleger, REDDITION/Alfonz und Comic-Reporter, Barmstedt), Katinka Kornacker (Buchhändlerin, COMIX, Hannover), Gregor Straube (Galerist, Galerie 404, Bremen) und Barbara Yelin (Comic-Zeichnerin, München).

Künstler*innen: Max Baitinger, Julia Bernhard, Larissa Bertonasco, Nino Paula Bulling, Anke Feuchtenberger, Doris Freigofas, Jens Genehr, Anna Haifisch, Erik Kriek, Marialuisa, Peer Meter, Nina Pagalies, Martin Panchaud, Joe Sacco, Kati Szilágyi, Barbara Yelin und die Teilnehmer*innen des Wettbewerbs „Battle of Print“.

Weitere Infos zum Battle of Print gibt es hier

Eine Kooperation der Wilhelm Wagenfeld Stiftung mit dem Kommunikationsverband Wirtschaftsraum Bremen e.V.

Wilhelm Wagenfeld Haus digital:

360⁰ Rundgang durch die Graphic Novel-Ausstellung

Auf unserem neuen Youtube-Kanal geben wir kleine Einblicke in die aktuelle Ausstellung "Graphic Novel mit Battle of Print", die noch bis zum 29.8.2021 läuft.
Wilhelm Wagenfeld Haus-youtube

 

 

Veranstaltungsprogramm:

Dienstag, 8. Juni 2021, 18 Uhr

Live-Talk über kollektive Kreativität: Die Spring-Künstlerinnen Larissa Bertonasco, Maria Luisa und Nina Pagalies, moderiert durch Axel Stiehler, Kommunikationsverband Wirtschaftsraum Bremen. 
Digitales Format: Wilhelm Wagenfeld Haus - YouTube

 

Dienstag, 22.Juni 2021, 18.30 Uhr

Phantom… Schön-Schauriges. Vom Erlkönig bis zum Phantom der Oper
Julia Bachmann: Der musikalische Gartensalon

Schön schaurig geht es zu im Innenhof des Wilhelm Wagenfeld Hauses: Das vielfältige musikalische Programm des Abends reicht von der Geistererzählung der „Lucia di Lammermoor“ bis zu mysteriös-romantischer Vampir-Musik. Meerjungfrauen wie „Rusalka“, Hexengestalten wie die „Lorelei“ sowie innere Phantome schaffen musikalische Thriller-Atmosphäre. Da Phantome durch alle Jahrhunderte irren, werden an diesem Abend auch musikalische Brücken zu moderneren Grusel-Musiken des Musicals „Das Phantom der Oper“ geschlagen. 

Infos zu Tickets sowie weitere Informationen finden Sie unter www.musikalischer-gartensalon.de

 

Samstag, 17. Juli 2021, ab 18 Uhr

Bremer Kultursommer Summarum:
Lange Nacht der Musik

 

Sonntag, 18. Juli 2021, 15 Uhr

Bremer Kultursommer Summarum:
Jutta Reichelt: Blaumeier und der Möglichkeitssinn

Lesung

 

Sonntag, 29. August 2021, 15 Uhr

Peer Meter:  Die Geschichte des deutschen Comics von den Anfängen bis zur Graphic Novel
Lesung

 

 

 

 

Das  Bremer Zine Festival 2020 live aus dem Wilhelm Wagenfeld Haus:

Donnerstag, 3.12.2020, um 18 Uhr: Jeff Hemmer
Donnerstag, 25.2.2021, um 18 Uhr: Henning A. Pöplau

Die Lesungen des Bremer Zine Festivals werden live auf  facebook und youtube übertragen und sind auch nachträglich noch auf youtube abrufbar:

facebook.com/bremerzinefestival

https://www.youtube.com/channel/UC3hB8uEM_ZMp6nIUNRqNkqw

 

I assure you that you and your work are the model case for what the Bauhaus has been after.
Walter Gropius (Brief an Wagenfeld vom 14.04.1965), Direktor des Bauhauses 1919 - 1928